Was tun

Was sollen wir tun?

Anrede 1

Im August 2017

 

 

So fragen Menschen angesichts drängender Probleme. Menschen haben keine Kleidung; sie haben Hunger. Es herrschen Ausbeutung und Fremdbestimmung durch militärische Besatzung. Ein bekanntes Szenario in gegenwärtiger Zeit. Es ist aber die Situation, als Jesus als fast Dreißig-jähriger in die Öffentlichkeit tritt.

Am Jordan ruft ein Mann zur Umkehr auf. Seine Botschaft ist eindeutig und seine Lebensweise dort in der Wüste macht ihn authentisch. Er ist der glaubwürdige Adressat für die Frage: Was sollen wir tun?

Er gibt Antworten. Ganz konkret. Keine Phrasen, die zu überhören wären. Warnend: Versteckt euch nicht hinter Traditionen! Sehr konkret, denn selbst die Ausbeuter und Soldaten erhalten ihre Antwort. Überraschend, wer alles sich da versammelt. Eines vereint sie: Betroffenheit. Betroffenheit weckt Verantwortung: Nicht wegschauen, sondern hinsehen und sich einlassen!

  • Was macht gegenwärtig ‚betroffen‘ und lässt fragen: Was sollen wir tun?

Es gibt ein konkretes Zeichen, das die Bereitschaft zur Umkehr sichtbar und spürbar machen soll.

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Dieser Prediger in der Wüste tauft und ermutigt zur inneren Klarheit. Es ist das Zeichen der Vergewisserung; Mi den Fragen aus Bedrängnis sich bewusst in das Energiefeld der Liebe ‚Gottes‘ stellen (lassen)! Es geht wirklich in tiefstem Sinne um eure Existenz!


DER TEXT

1 Es war im fünfzehnten Jahr der Regierung des Kaisers Tiberius; Pontius Pilatus war Statthalter von Judäa ……
2 Da erging in der Wüste das Wort Gottes an Johannes, den Sohn des Zacharias.
3 Und er zog in die Gegend am Jordan und verkündigte dort überall Umkehr und Taufe zur Vergebung der Sünden …
7 Das Volk zog in Scharen zu ihm hinaus, um sich von ihm taufen zu lassen. Er sagte zu ihnen: Ihr Schlangenbrut, wer hat euch denn gelehrt, dass ihr dem kommenden Gericht entrinnen könnt?
8 Bringt Früchte hervor, die eure Umkehr zeigen, und fangt nicht an zu sagen: Wir haben ja Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott kann aus diesen Steinen Kinder Abrahams machen.
9 Schon ist die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt; jeder Baum, der keine gute Frucht hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen.
10 Da fragten ihn die Leute: Was sollen wir also tun?

11 Er antwortete ihnen: Wer zwei Gewänder hat, der gebe eines davon dem, der keines hat, und wer zu essen hat, der handle ebenso.
12 Es kamen auch Zöllner zu ihm, um sich taufen zu lassen, und fragten: Meister, was sollen wir tun?
13 Er sagte zu ihnen: Verlangt nicht mehr, als festgesetzt ist.
14 Auch Soldaten fragten ihn: Was sollen denn wir tun? Und er sagte zu ihnen: Misshandelt niemand, erpresst niemand, begnügt euch mit eurem Sold!
15 Das Volk war voll Erwartung und alle überlegten im Stillen, ob Johannes nicht vielleicht selbst der Messias sei.
16 Doch Johannes gab ihnen allen zur Antwort: Ich taufe euch nur mit Wasser. Es kommt aber einer, der stärker ist als ich, und ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe aufzuschnüren. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. …
18 Mit diesen und vielen anderen Worten ermahnte er das Volk in seiner Predigt.

21 Zusammen mit dem ganzen Volk ließ auch Jesus sich taufen. Und während er betete, öffnete sich der Himmel,
22 und der Heilige Geist kam sichtbar in Gestalt einer Taube auf ihn herab, und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden.

Lukas 3, 1-22


Die Zahl der Suchenden und Fragenden nimmt ständig zu. Unter ihnen auch der Cousin dieses ‚Predigers’ in der Wüste. Ihn treiben die existenziellen Fragen ebenso.  Er hört die Botschaft von der Umkehr und steigt wie die anderen auch in den Jordan. Auch er ist in seiner Existenz berührt! In seiner Bedrängnis wendet er sich an Gott. Im Gebet sieht er für sich die einzige Chance, die Not in die Hände Gottes zu legen, in den ‚großen Zusammenhang)zu stellen.

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Der Himmel öffnet sich ihm. ‚Gott’ öffnet sich ihm. Die Haltung Jesu lässt das Licht ‚Gottes’ durchscheinen.

Die Bibel führt uns immer wieder zum Vertrauen, dass ‚Gott’ in unsere menschliche Wirklichkeit eintritt und in einer Sprache zu uns spricht, die wir verstehen: ‚Du, meine geliebte Tochter, du mein geliebter Sohn … in deiner Hilflosigkeit, in deinem Getrieben-sein von den drängenden Fragen stehe ich bei dir!‘ Das ist die lebendige Beziehung, die sich im Gebet entfaltet.

Dieses Gebet ist nicht ‚Pflichtübung’ sondern als Geschenk zu begreifen. Es ist die Haltung innerer Öffnung. Der ‚Himmel’ tut sich auf, indem wir uns einfach überlassen und von den leisen Klärungen überrascht werden. Diese Haltung ist körperlich erfahrbar zu machen.

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Sich, die Arme weitausgebreitet mit geöffneten Handflächen und geschlossenen Augen ‚entgegen‘ halten. Eine große Sympathie  habe ich für diese ‚Haltung‘. Sie hilft, die situative Bedrängnis bewusst in das ‚Kraftfeld Gottes‘ zu bingen. Sie schafft Klarheit, führt zu innerer Weite und hilft  ‚Früchte zu hervorzubringen‘ . Das Gebet ist wie der ‚rote Teppich’, den Gott ausrollt’, höre ich in Taizé und verstehe darin die Wertschätzung solcher Haltung. 

 

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So sind wir unterwegs und stellen uns. Die Fragen drängen – sie drängen aber nicht in Perspektivlosigkeit. Wir müssen an Menschen in der Welt und letztlich auch an uns selbst nicht verzweifeln. Wir stellen die Fragen, entdecken unsere Möglichkeiten und tun, was uns möglich ist.

  • Wen fragt ihr heute angesichts der uns bedrängenden Situationen und Fragen?

Die Bibel berichtet von einem jungen Mann, für den Jesus die ‚Adresse’ für seine Fragen ist. Das Gespräch bringt die Schwierigkeit des jungen Mannes auf den Punkt und endet für ihn mindestens in Nachdenklichkeit, die ihn während seines weiteren Lebens begleitet haben mag. Immerhin kannte er einen ‚Ort’ für seine Fragen. Matthäus 19,16-26

Manchmal fragen Eltern besorgt, was aus unseren Kindern werden wird. Religiöse Erziehung hält viel weniger Antworten bereit – aber sie schafft ein Gefühl und ein Wissen für Orte, die die Fragen aufnehmen und Antworten im Innern reifen lassen.

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  • Welche ‚Orte’ solcher Art kennt ihr?
    Solltet ihr solche Orte nicht kennen, nehmt gern KONTAKT zu mir auf!

Im Fragen und im Suchen mit Euch solidarische – so grüße ich Euch!

 

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ZU FIKTIVER BRIEF