Vertrauen im Nichts-Tun?

               Elfter Impuls

Wie geht das denn?

Und Jesus sprach: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mensch Samen auf den Acker wirft und schläft und aufsteht,  Nacht und Tag; und der Same geht auf und wächst – er weiß nicht, wie. Denn von selbst bringt die Erde Frucht, zuerst den Halm, dann die Ähre, dann den vollen Weizen in der Ähre. Wenn sie aber die Frucht gebracht hat, so schickt er alsbald die Sichel hin; denn die Ernte ist da.

Lukas-Evangelium 4, 26-29



Meine Interpretation der Bilder

  • Reich Gottes: Die Existenz der gestaltenden Kraft – Grenzen überschreitend, die wir ‚Gott‘ nennen.
  • Mensch: Wie ‚du und ich‘, hineingestellt in die Abläufe des Lebens, ausgestattet mit der ‚Berufung‘, das Not-Wendige zu tun.
  • Acker: Lebens-Bedingungen, die die Voraussetzungen zur Entwicklung bringen: Zeugen, Gebären, Sorgen, Erziehen zu einer guten ‚Erdung‘.
  • Samen: Das Sein mit allen ‚tragfähigen‘ Kompetenzen wie Geborgenheit, Weite im Denken, Versöhnung, Vergebung, Freiheit, Liebe, Frieden – alles, was uns uns unverwechselbare Identität bringt, uns zum von ‚Gott‘ geliebten Selbst werden lässt. 
  • Schlafen und Aufstehen: Lebendigkeit in den Polaritäten des Seins. 
  • Nacht und Tag: Der Lebens-Rahmen, aber auch die Lebens-Existenz in ‚lichten Höhen‘ und in ‚dunklen Tälern‘. 
  • Wachsen Entfaltung der ‚Gottes‘-Kompetenzen. 
  • Frucht: Überraschendes im Lebensablauf: Überrascht sein und nicht wissen wie es geschieht.

  • Sichel: Zubereitung zur Sinn-Erfüllung. 
  • Ernte: Sinn-Erfülltes Dasein.

               Keim

 


 

Diesen Fragen gehe in der Stille nach …

  • Mit dem Reich Gottes ist es also so … ach so?!
  • In mein ‚So-Sein‘ fällt das ‚Anders-Sein‘ und mein So-Sein kann zur Entfaltung dieses ‚Anders-Seins‘ beitragen. Was bedeutet es für mich ‚Acker‘ zu sein, der die ‚Entfaltung‘ ermöglicht?
  • Eingebunden in die Wiederholungen von Lebens-Bedingungen wächst das Überraschende meines Lebens heran.  Und ich weiß nicht wie!  Kann ich das in Gelassenheit aushalten oder erwische ich mich dabei, ungeduldig in Wachstumsprozesse einzugreifen? 
  • Kann ich einen Zusammenhang zwischen Gelassenheit und  Stärke meines Vertrauens erkennen? 
  • Mein sinn-erfülltes Leben wie eine Ernte aus den mir von ‚Gott‘ geschenkten Kompetenzen verstehen?! 

 



 Zur Vertiefung

Zu drei Begriffen könntest Du eine Botschaft an dich selbst aus elf Wörtern – ein ‚Elfchen‘ – gestalten.

Ein Beispiel:

Lebenskraft
durchdringt Tag und Nacht.
In Liebe geläutert –
jetzt bereitet
Tun.  


 

Impuls

Unglücklich sein beginnt damit, nicht warten zu können.
Wir möchten alles haben und möglichst sofort.
Erfülltes Leben lehrt eine andere Sprache.
Wesentliche Grundwerte wie Liebe, Versöhnung, Sinn und Glück
sind weder käuflich noch wie ein Eigentum zu besitzen – sie werden geschenkt.
Der Alltag besteht dann im achtsamen Erwarten, in der Offenheit für den Geschenkcharakter des Lebens.

Pierre Stutz


 

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