Patenschaft

PATENSCHAFT GEGEN DAS VERGESSEN

Das ‚Nie wieder‘ wird unübersehbar unterstrichen, solange Zeitzeugen auftreten und ohne Wenn und Aber zum Ausdruck bringen können, wie das mörderische Tun sich entwickelte und wie Menschen Opfer wurden. Die Zeitzeugen allerdings sind schon jetzt nur noch wenige.

Menschen wie ich, die diese Zeit als Kind ‚am Rande‘ erlebten, nehmen zahlenmäßig ebenfalls ab.  Gleichzeitig aber nimmt die Zahl derer zu, die das Geschehen vor 75 Jahren abtun – damit hätten sie nichts zu tun.

Mit jeder ‚Erinnerung‘ aber nehmen auch die zu, die sich berühren lassen und das Geschehen von ‚damals‘ durchaus im Kontext gegenwärtiger Tendenzen von Ausgrenzung, Diffamierung und Verfolgung zu sehen bereit sind. Ich gehe davon aus, dass ihr zu denen gehört.

Ihr übernehmt damit gleichsam eine ‚Patenschaft‘ in Verantwortung. Ihr identifiziert euch mit denen, die gelitten und denen das Leben in willkürlicher Barbarei genommen wurde. Ihr werdet es sein, die zu ähnlichen Anlässen zur Erinnerung auf den Podien stehen (müssen), um den Sprachlosen aus vergangener Zeit Stimme zu geben und die das vielfach dokumentierte Leiden der Geschundenen und in Gaskammern Getöteten als ‚Anwalt/Anwältin‘ zu ihrem eigenen machen.

Etwa so: Ich vertrete heute hier das Leben, Leiden von ……….. und möchte als Pate autorisiert ihre/seine Stimme erheben und fordern: Das darf nie wieder geschehen. Ich erhebe ihre Stimme, die mahnt, allen noch so ‚versteckten‘ Anfängen zu solchem Unheil die Stirn zu bieten! 

Tut Euch mit anderen zusammen und übernehmt diese Verantwortung. Gehört auch zu denen, die sich zur Stützung ihrer ‚Patenschaft‘  Bildern und Dokumentationen an Stätten wie zum Beispiel das Anne-Frank-Haus Amsterdam, ‚KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen‘ oder ‚KZ-Gedenkstätte  Dachau‘ (um nur drei zu nennen) bewusst aussetzen.

  Anne-Frank-Haus Amsterdam

Leider findet ihr in Eurer unmittelbaren Umgebung überall solche Stätten, die ihr als ‚Paten‘ aufsuchen könnt.

Danke! In Gedanken begleite ich Euch.

Januar 2020

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