Kreuz auf der Stirn

 

Tiefsinnige Symbolik

‚Du bist an der Stirn ganz schmutzig!‘, sagt mir ein wohlmeinender Mensch und reicht mir ein Papiertaschentuch.

Mit mir sind nach einem ökumenischen Gottesdienst zum Aschermittwoch Menschen aus evangelischen und katholischen Gemeinden nach draußen getreten. Wir tragen das ‚Asche-Kreuz‘ an der Stirn.

Einige wischen sich das ‚Zeichen an der Stirn‘ ab, andere tragen es weiter und manche vergessen es und nehmen es erst wieder wahr, als sie zu Hause in den Spiegel schauen.

 AscheKreuz

Wie dem auch sei. Menschen tragen öffentlich dieses ‚Zeichen an der Stirn‘.

Aschermittwoch ist der erste Tag der Fastenzeit. Am Aschermittwoch wird als Zeichen der Buße den Gläubigen während des Gottesdienstes das so genannte Aschenkreuz auf die Stirn gezeichnet, dabei wird ein Gebet gesprochen: ‚Gedenke Mensch, dass du aus dem Staube hervorgegangen bist, zum Staube zurückkehren wirst und in der Liebe Gottes bleibst.‘

In der Tradition kommt die Asche von den verbrannten Palmenzweigen, die zur Erinnerung an den Einzug Jesu in Jerusalem (Matthäus 21, 1-11) an diesem Tag in der katholischen Kirche gesegnet wurden. Dieser Brauch war bereits im 4. Jahrhundert üblich.

Vom euphorischen Strohfeuer beim Einzug Jesu in die Stadt Jerusalem – Gelobt sei der da kommt … Hosianna! – bleibt ein kläglicher Rest der Resignation. Und dann: Aus eben dieser Asche als Zeichen der Vergänglichkeit das Zeichen der Überwindung, das Kreuz.


Jonas Botschaft war nämlich dem König von Ninive gemeldet worden. Der stieg von seinem Thron, legte den Königsmantel ab, zog den Sack an und setzte sich in die Asche. Er ließ in der ganzen Stadt ausrufen: ‚Hört den Befehl des Königs und seiner Minister: Niemand darf etwas essen oder trinken, weder Mensch noch Rind noch Schaf! Menschen und Vieh sollen den Sack anlegen und laut zu Gott rufen. Alle sollen von ihrem bösen Weg umkehren und aufhören, Unrecht zu tun.

Vielleicht lässt Gott sich umstimmen. Vielleicht können wir seinen schweren Zorn besänftigen, und er lässt uns am Leben.

Gott sah, dass sie sich von ihrem bösen Treiben abwandten. Da tat es ihm leid, sie zu vernichten, und er führte seine Drohung nicht aus.
Jona 3,6-10


Aus dem Bewusstsein des Versagens erwächst die Gewissheit des Lebens! So ist Asche auch ‚Erinnerung an die Kraft, die Verletzungen überstehen lässt‘.

Ein gutes Zeichen auf dem Wege auf Ostern zu! Und: Es steht auch der ökumenischen Kirche gut!

 

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