Home-Feeling

 

Wir haben hier keine bleibende Stadt,
sondern die zukünftige suchen wir

Hebräer-Brief 13,14

LEIT-WORT DES JAHRES 2013


Wohnen ist wie eine Umhüllung. Wohnen ist mehr als ein ‚Dach über dem Kopf’ haben.  Wohnen stellt unsere innere Bedürftigkeit nach Geborgenheit, nach Sicherheit, nach Schutz äußerlich sichtbar dar.

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Sehnsucht nach vollkommener Geborgenheit drückt sich im ‚Baumhaus’ aus.
Das ‚Haus‘ steht für die weibliche (mütterliche), der ‚Baum‘ für die männliche (väterliche) Existenz.


Der menschliche Leib findet im Traum häufig eine Darstellung durch das Symbol des Hauses. In der Fortführung dieser Darstellung sind dann Fenster, Türen und Tore die Eingänge in die Körperhöhlen, die Fassaden glatt oder mit Balkonen und Vorsprüngen zum Anhalten versehen. Dieselbe Symbolik findet sich aber auch in unserem Sprachgebrauch, wenn wir einen guten Bekannten vertraulich als »altes Haus« begrüßen, wenn wir davon sprechen, einem »eins aufs Dach zu geben«, oder von einem anderen behaupten, es sei bei ihm nicht richtig im Oberstübchen.
  Sigmund Freud in ‚Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse‘


Die Ausstattung einer Wohnung gibt Hinweise auf die Bewohner und der Besuch in einer anderen Wohnung kann in diesem Sinne ‚aufschlussreich’ sein. Es kann Übereinstimmung mitder Art und Weise geben, wie ich einen Menschen erlebe oder es kann auch die Überra-schung geben, sich die Wohn-‚Landschaft’ ganz anders vorgestellt zu haben. Wir haben aber keine ‚bleibende Wohnstatt’, schon gar keine, die unsere existentielle Bedürftigkeit in Gänze erfüllt. Es ist sogar möglich, in die Isolation zu geraten, weil das Wohnen ausschließen kann und der Angst vor Nähe ‚dient’.

Eigentlich gibt es keine Sesshaftigkeit, weil wir immer nach der ‚zukünftigen’ auf der Suche sind. Die Lust am Aufbrechen aus unseren ‚Behausungen’ drückt das aus. Wir wohnen fragmentarisch.

Das ’Portal’ zu meiner Homepage enthält den Ausspruch von Karl Valentin:„Heute will ich mich besuchen – mal sehn, ob ich zu Hause bin …“! Das ‚Bei-Sich-Zu-Hause-Sein’ ist Ausdruck der Sehnsucht nach der ‚zukünftigen’ Wohnstatt.  So war Jesus einerseits immer unterwegs, andererseits war er ‚in Gott beheimatet’.

 

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Unterwegs zu Hause sein …

Mystisch lebende Menschen haben ihren ‚inneren Ruheort’ und sind gleichzeitig so unterwegs ‚zu Hause’.  Sie sind in Gott und Gott ist in ihnen. ‚Unsere Heimat ist im Himmel’, formuliert Paulus im Brief an Gemeinde in Philippi.

Wir alle sind so gesehen mystische Menschen, allerdings sind wir uns dessen nicht immer bewusst. Das Leitwort dieses Jahres kann uns zu solchem Bewusstsein bringen, und es stellt Fragen.

  • Wie kann ich meine ‚innere Wohnstatt’ bewusst gestalten?
  • Wie kann die ‚Inneneinrichtung’ aussehen?

In der Tradition wird in diesem Zusammenhang an die ‚Sieben Gaben des Geistes Gottes’ erinnert.

  • Weisheit: Alles mit den ‚Augen der Liebe’, mit dem Herzen sehen.
  • Einsicht: Sich vom Geheimnis des Lebens berühren lassen.
  • Rat: Sich vom ‚Willen Gottes’ beraten lassen.
  • Erkenntnis: Hintergründe verstehen und Zusammenhänge erkennen.
  • Stärke: Nach Gottes Willen handeln, reden, leben wollen und den eigenen Überzeugungen treu bleiben.
  • Frömmigkeit:  In der Bindung Gott vertrauen und die Freude am Leben haben.
  • Gottesfurcht: Die eigene Grenze annehmen und sich gleichzeitig geborgen fühlen.

So kann die ‚innere Wohnstatt’ Abglanz der ‚zukünftigen’ werden! Es tut gut, zur ‚inneren Vergewisserung’ immer wieder (auch gedanklich) ‚Orte’* aufzusuchen, die gleichsam in Korrespondenz mit der eigenen ‚Innenausstattung’ stehen. An solchen Orten fühlen wir uns einfach wohl.

Solche in umfassendem Sinne ‚Wellness’-Erfahrungen wünsche ich uns allen in diesem Jahr und darüber hinaus!

* ‚Orte’ finden sich auch in den meisten Beiträgen dieser Homepage.


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