Heimat in mir!?

Von | 10. Dezember 2013

Wir leben in ‚heimatlichem Rohbau‘

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Die gegenwärtige Situation von Flüchtlingen stellt unüberhörbar die Frage nach der Bedeutung von ‚Heimat’.

Wir sprechen von ‚Verwurzelung’, wir sprechen von ‚Zuhause-Sein’ und manche meinen, im globalen Netz zu Hause sein zu können.

n unsicheren Zeiten werden ‚sichere Bande’ gesucht. Die Gefahr ist groß, unmerklich in Beziehungs-Abhängigkeiten zu geraten. Beispiele dafür gibt es viele.

Auch in uns selbst tragen wir ‚Fremdes’. Die Therapeutin Amelie Keil spricht davon, dass unser Leben wie ein ‚Waisenkind’ ist, dem wir ‚Heimat’ geben müssen.

Die Sehnsucht nach ‚innerer Beheimatung’ ist groß – es ist Seelen-Sehnsucht! Diese ‚Heimat’ ist der Ort, an den die Seele immer wieder zurückkehren kann …


‚ELFCHEN‘ *

Sehnsucht
ist Heimweh
sucht nach Ort
der wahre Bedürftigkeit spricht
Heimat.


‚Heimat‘ bildet die Sehnsucht nach der Heimat ab, die wir erwarten. Wir leben in ‚heimatlichem Rohbau‘ (Fulbert Steffensky).


Diese biblische Bild-Erzählung öffnet uns eine (zusätzliche) Sicht.

Zwei Männer gingen zum Tempel hinauf, um zu beten; der eine war ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stellte sich hin und sprach leise dieses Gebet: Gott, ich danke dir, dass ich nicht wie die anderen Menschen bin, die Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner dort. Ich faste zweimal in der Woche und gebe dem Tempel den zehnten Teil meines ganzen Einkommens. Der Zöllner aber blieb ganz hinten stehen und wagte nicht einmal, seine Augen zum Himmel zu erheben, sondern schlug sich an die Brust und betete: Gott, sei mir Sünder gnädig! Ich sage euch: Dieser kehrte als Gerechter nach Hause zurück, der andere nicht.

Lukas 18, 10-14


IMPULSE

  • ‚Heimat‘ ist der Ort, wo ich meine Bedürftigkeit erfahre und benennen kann.
  • Heimat braucht die Energie einer konkreten Sehnsucht.
  • Eine ‚Heimat-Landschaft‘ gestalten …

Heimat-Landschaft2.jpgkleinEntnommen aus  ‚Atlas der Erlebniswelten‘, Jean Klare, Eichborn

  • Heimat in mir – ‚Klangboden‘ für sichernde Vertrautheit

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Die Heimat

 Was ist die Heimat?
Ist’s die Scholle,
drauf deines Vaters Haus gebaut?
Ist‘s jener Ort, wo du die Sonne,
das Licht der Welt zuerst erschaut?

Oh nein, o nein, das ist sie nimmer!
Nicht ist‘s die Heimat , heißgeliebt.
Du wirst nur da die Heimat finden,
wo’s gleichgestimmte Herzen gibt.

Heimat ist, wo man dich gerne
Erscheinen, ungern wandern sieht.
Sie ist’s – ob auch in weiter Ferne,
die Mutter sang dein Wiegenlied.

Emil Rittershaus


* ‚Elfchen‘ ist eine komprimierte Vers-Form

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