Der ‚Adapter‘

Dreizehnter Impuls

HEILENDE BINDUNG


 

17 Eines Tages, als Jesus wieder lehrte, saßen unter den Zuhörern auch Pharisäer und Gesetzeslehrer; sie waren aus allen Dörfern Galiläas und Judäas und aus Jerusalem gekommen. Und die Kraft des Herrn drängte ihn dazu, zu heilen.
18 Da brachten einige Männer einen Gelähmten auf einer Tragbahre. Sie wollten ihn ins Haus bringen und vor Jesus hinlegen.
19 Weil es ihnen aber wegen der vielen Leute nicht möglich war, ihn hineinzubringen, stiegen sie aufs Dach, deckten die Ziegel ab und ließen ihn auf seiner Tragbahre in die Mitte des Raumes hinunter, genau vor Jesus hin.
20 Als er ihren Glauben sah, sagte er zu dem Mann: Deine Sünden sind dir vergeben.
21 Da dachten die Schriftgelehrten und die Pharisäer: Wer ist das, dass er eine solche Gotteslästerung wagt? Wer außer Gott kann Sünden vergeben?
22 Jesus aber merkte, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Was habt ihr für Gedanken im Herzen?
23 Was ist leichter, zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben!, oder zu sagen: Steh auf und geh umher?
24 Ihr sollt aber erkennen, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde Sünden zu vergeben. Und er sagte zu dem Gelähmten: Ich sage dir: Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh nach Hause!
25 Im gleichen Augenblick stand der Mann vor aller Augen auf. Er nahm die Tragbahre, auf der er gelegen hatte, und ging heim, Gott lobend und preisend.
26 Da gerieten alle außer sich; sie priesen Gott und sagten voller Furcht: Heute haben wir etwas Unglaubliches gesehen.

Lukas 5,17-26


 

 VerknotungVerknotungen, die lähmen können und Befreiung brauchen

 

Meine Interpretation der Bilder

  • Die Kraft des Herrn drängte ihn dazu, zu heilen.
    Die drängende Kraft ‚Gottes‘: Du sollst heil (ganz) werden!
  • Einige Männer brachten einen Menschen auf einem Bett, der war gelähmt.
    Eine Gemeinschaft lebt Solidarität! Mit ihr verbinden sich für den Gelähmten Barmherzigkeit, Mut, Hingabe, Lebensidee und eine ‚Spürnase‘ für Heilungschancen.

    Welche ‚Lähmungen‘ in meinem Leben bedürfen der ‚Heilung‘ und der Solidarität ‚einiger‘ Menschen?
  • Sie steigen auf das Dach und ließen ihn durch die Ziegel herunter…
    Eine Gemeinschaft überwindet mit Mut und Kreativität Hindernisse, um zum ‚Zentrum der Ganzheit‘ vorzudringen. Manchmal gilt es um der Hilfe willen, anderen ‚aufs Dach zu steigen‘!
  • … mitten unter sie vor Jesus. Als er ihren Glauben sah, sprach er …
    Das ist ein starkes Bild für das ‚Gebet für andere‘. Drängendes Bitten mitten in die Realität des Lebens vor die Füße dessen gelegt, der die Kraft lebt, die uns Heilung bringt. Und es ist auch Bild für die Dynamik des Glaubens – Jesus ‚braucht‘ unseren Glauben, um zu ‚handeln‘.
  • Mensch, deine Sünden sind dir vergeben.
    Jesus lässt mit seinem unerwarteten Wort auf den Gelähmten zu in sein eigenes Herz schauen. Er lässt teilhaben an seiner Freude über das Eins-Sein in ‚Gott‘. Das ist Erfüllung seiner gelebten Sehnsucht. Die muss er weitergeben. Er muss ‚vergeben‘! Vergebung ist so etwas wie ein Adapter. Nicht Kompatibles kann sich verbinden: Unsere Sehnsucht nach ‚Gott‘ und ‚Gottes‘ Sehnsucht nach uns. Ein heiliges Ganzes, aus dem nichts heraus gebrochen werden darf!

 AdapterDer ‚Adapter‘ 

 

  • Was denkt ihr in euren Herzen?
    Meine kritischen Fragen erhalten die Gegenfrage: Was denkst du in deinem Herzen? Überprüfe, ob deine Kritik einer großen Sehnsucht entspringt und diese gleichzeitig verdeckt?

    Das ist Seelsorge – entdecken helfen, was ‚dahinter‘ liegt.

 

  • Er nahm die Tragbahre, auf der er gelegen hatte und ging nach Hause und pries Gott.
    Das neue Leben führt nach Hause, in die alltägliche Lebens-realität. Die eigene Geschichte nimmst du mit. Sie erinnert dich an deine Abhängigkeiten und gleichzeitig an die neue Bindung: Dein Glaube hat dir geholfen! Da jubelt das Herz!

 

  • Unglaubliches haben wir heute gesehen.
    Manchmal sagen wir: Wer weiß, wozu das gut ist! Damit bringen wir das Unglaubliche, das Überraschende, das nicht Einzuordnende in den großen Zusammenhang es Segens.

 KraftObenDer geöffnete ‚Himmel‘ über mir


 

DIESEN FRAGEN GEHE IN DER STILLE NACH …

  • Worin erkenne ich ‚Lähmungen‘ in meinem Leben? 
  • Stell dir mal vor: Du bist der Mensch auf der Tragbahre. Gleich wirst du durch das Loch im Dach hinunter gelassen. Gleich bist du in der Mitte des Raumes, direkt vor Jesus.  Welche Fragen beschäftigen dich? 
  •  Meine Sehnsucht nach ‚Gott‘ und die ‚Gottes‘ nach mir begegnen sich – was bedeutet das für mich? Ist mein Glaube eine tragfähige Bindung. 
  • Welches nicht Geäußerte aus ‚meinem Herzen‘ sollte Sprache erhalten? 
  • Wo gab es in meinem Leben ‚Unglaubliches‘, das ich nicht einzuordnen wusste und das sich viel später für mich klärte?

 


 

 

ZUR MEDITATION

Meine engen Grenzen,
meine kurze Sicht,
bringe ich vor dich.
Wandle sie in Weite.
Herr, erbarme dich.

Meine ganze Ohnmacht,
was mich beugt und lähmt,
bringe ich vor dich.
Wandle sie in Stärke.
Herr, erbarme dich.

Mein verlornes Zutraun,
meine Ängstlichkeit,
bringe ich vor dich.
Wandle sie in Wärme.
Herr, erbarme dich.

Meine tiefe Sehnsucht
nach Geborgenheit
bringe ich vor dich.
Wandle sie in Heimat.
Herr, erbarme dich.

Eugen Eckert



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